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Alt 13.03.2004, 17:08
Berger OVATOR
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Standard Das ideale Meisterschaftssytem!?

Hallo Zusammen,

folgenden Artikel habe ich der Redaktion der Brieftaube mit der Bitte um Veröffentlichung zukommen lassen. Dieses unten beschriebene Meisterschaftssystem würde ich mir bundesweit einheitlich zur Ermittlung der "RV Meister des Verbandes" wünschen!

Das ideale Meisterschaftssytem!?

Meisterschaften sind das Salz in der Suppe. Viele Sportsfreunde streben danach, doch nur wenige kommen auch zu Meisterehren.

Leider sind Meisterschaften und besonders das Meisterschaftssystem oftmals Grund für Kontroversen innerhalb der jeweiligen Organisationen wie RV, Regionalverband und auch auf nationaler Ebene! Aber egal nach welchem Modus ein Meister ermittelt wird, am Ende einer Reisesaison kann immer nur ein Schlag an erster Stelle stehen. Dieses liegt in der Natur der Sache, denn Ziel jeder Meisterschaft ist es, eine Rangfolge nach vorher festgelegten Leistungskriterien zu ermitteln.

Bestärkt durch Diskussionen mit zahlreichen Züchtern möchte ich folgendes System als Diskussionsgrundlage für eine einheitliche RV Meisterschaft vorstellen. Erwähnenswert ist, dass bereits die RV Alsdorf durch Initiative von Gerd Zillekenz dieses System für das Reisejahr 2004 mit einigen Ergänzungen eingeführt hat. Ich hoffe auf eine zahlreiche und befruchtende Diskussion, auch um mögliche Nachteile zu überarbeiten oder Fehler zu erkennen.

Bedingungen:
1) Gewertet werden die Schlagersten Tauben pro Wettflug. Dabei zählen pro angefangene 5 gesetzte Tauben stets 1 Preistaube, mindestens jedoch immer drei Preistauben. Ausgewertet werden zuerst die Preise und anschließend die AS-Punkte.
Beispiele:
Taubenzahl Zu wertende Taubenzahl
0 bis 15 3
16 bis 20 4
21 bis 25 5
26 bis 30 6
31 bis 35 7
51 bis 55 11
76 bis 80 16
146 bis 150 30

Erläuterung:

1. Die Anzahl der zur Wertung kommenden Preistauben wird durch die Summe der über die gesamte Reisesaison mindestens einmal zum Einsatz gebrachten Tauben bestimmt.
Beispiel:
Züchter A bringt zum 1. Wettflug 24 Tauben zum Einsatz. Es zählen also die 5 Schlagersten Tauben.
Zum 2. Wettflug bringt der Züchter 28 Tauben, also 4 mehr als beim 1. Wettflug. Dadurch werden nunmehr die 6 Schlagersten gewertet.
Im Sinne dieses Systems, werden nun auch rückwirkend für den 1. Wettflug die 6 Schlagersten Tauben gewertet.
Zum 3. Wettflug bringt der Züchter erneut 28 Tauben. Bei diesen 28 sind aber drei Tauben die zum ersten mal eingesetzt werden. Dadurch erhöht sich die Summe der „zum Einsatz gebrachten Tauben“ auf nun 31! Es werden dementsprechend die 7 Schlagersten Preistauben für jeden Wettflug gewertet.
Fazit:
Durch dieses System hat die Größe eines Reisebestandes weder Vorteile noch Nachteile, da die zu wertende Zahl an Meisterschaftstauben von der Anzahl der Reisetauben abhängt.

2. Ziel ist es, zuerst einmal „volle Preiszahl“ zu erreichen. Zum Vergleich hierfür wird die prozentuale Ausbeute an „Meisterschaftspreisen“ ermittelt. Pro angefangene 5 Tauben wird 1 Preis gewertet (siehe oben).
Beispiel:
Züchter A setzt innerhalb der Reisesaison insgesamt 31 individuelle Tauben ein. Dadurch werden für jeden Wettflug 7 Preise gewertet. Bei 12 durchgeführten Wettflügen kann der Züchter mit voller Preiszahl 84 Preise erringen. Das entspricht einer vollen Preiszahl mit 100% „Meisterpreisen“. Bekommt dieser Züchter bei einem Wettflug nur 6 Tauben in die Preise, so summiert sich die Preiszahl auf 83. Diese 83 Preise entsprechen 98,81% „Meisterpreise“. Erreicht der Züchter 82 Preise, so entspricht dies 97,62% usw.
Fazit:
Man kann davon ausgehen, dass es sehr vielen Züchtern gelingen wird, bis zum Ende der Reisesaison eine volle Preiszahl zu haben, weil „nur“ ca. 20% Preise erreicht werden müssen. Dadurch wird eine Meisterschaft nicht vorzeitig entschieden und es bleibt für viele Züchter spannend bis zum Schluss.

3. Bei Preisgleichheit werden zum Leistungsvergleich die AS-Punkte herangezogen. Dafür dividiert man die Summer das AS-Punkte durch die Anzahl der errungenen Preise. Die dadurch errechneten durchschnittlichen AS-Punkte entscheiden über die endgültige Rangfolge.
Beispiel:
Züchter A erreicht mit 84 Preisen 6.930 AS-Punkte. Das entspricht durchschnittlichen 82,50 AS-Punkte. Züchter B erreicht mit 132 Preisen (52 eingesetzte Tauben) 10.824 AS-Punkte was einem Durchschnitt von 82,00 AS-Punkte entspricht. Züchter A ist demnach vor Züchter B plaziert.
Fazit:
Im Vordergrund steht die Mannschaftsleistung eines Züchters, wobei das Augenmerk auf schnelle Tauben gelegt wird.

4. Es werden immer die schlagersten Tauben gewertet, unabhängig von deren bis dahin geflogenen Preiszahl. Dadurch können Woche für Woche wechselnde Tauben in die Wertung fliegen.
Beispiel:
Züchter A setzt 31 Tauben ein. Dadurch werden fortwährend die 7 schnellsten Tauben gewertet. Im extremsten Fall könnte eine Taube auf dem letzten Preisflug ihren ersten Preis erringen, dabei sich unter den 7 schnellsten des Züchters plazieren und dadurch einen möglicherweise entscheidenden Preis für die Meisterschaft einfliegen. Für die Meisterschaft ist es nicht entscheidend wieviel Preise die einzelne Tauben insgesamt geflogen hat. Alleine der Preis unter den Schlagersten zählt.
Fazit:
Durch dieses System kann jeder Züchter, ohne dadurch seine Meisterschaftschancen einzubüßen, eine erfolgreiche Taube auch während der laufenden Reisesaison pausieren lassen. Ferner steigt das Interesse der Züchter alle Reisetauben „durchzuschicken“. Denn es kann sehr leicht vorkommen, dass gerade weniger erfolgreiche Tauben zum Ende der Reisesaison, bei vielleicht schwierigen Flugverlauf, für die Meisterschaft entscheidende Preise einfliegen. Dadurch steigt die Anzahl der gesetzten Tauben bis zum Endflug wovon jeder Züchter durch die höhere Auslastung der Kabinentransporter profitiert.
Als Nebeneffekt wird die regionale Diskrepanz der Einsatzgewohnheiten der Züchter abnehmen, was bundesweit zu einer gerechteren Verbandsmeisterschaft führen würde. So wird in den neuen Bundesländern mit hohen Satzzahlen bis zum Endflug gespielt. Von z.B. 3.000 auf dem ersten Wettflug gesetzten Tauben wurden zum Endflug immer noch 2.000 eingesetzt. Im Gegensatz dazu werden z.B. im Ruhrgebiet bereits nach wenigen Wettflügen deutlich weniger Tauben eingesetzt. Von Anfangs 3.000 zum Endflug nur noch 700. Das dadurch der 20. Konkurs gegen 2.000 Tauben mehr AS-Punkte erhält als z.B. der 10. Konkurs gegen 700 Tauben weis jeder engagierte Züchter. Im Bezug auf die Verbandsmeisterschaft würde durch obiges System dieser Effekt sehr schnell gemildert, da es ein Nachteil wäre Tauben nicht mehr einzusetzen.

Abschließendes Fazit:
Die große Diskrepanz der unterschiedlichen Satzzahlen pro Züchter wird dadurch aufgehoben. Der Unterschied zwischen „Großem“ und „Kleinem“ Züchter besteht im Bezug auf die Satzzahl nicht mehr. Eine gerechtere Chancenverteilung entsteht. Ein Vorteil für den deutschen Brieftaubensport in vielfacher Hinsicht.

Ich wünsche allen Züchtern Gut Flug 2004.

mfg
Alfred Berger

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