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  #1  
Alt 21.09.2021, 06:03
Prox Prox ist gerade online
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Standard Medizin über Tränke oder Futter?

Hallo Sportfreunde,

da die Reisergebnisse meiner Tauben in diesem Jahr grottenschlecht waren, habe ich eine Taube zwecks Sektion in die Taubenklinik Essen geschickt.
Dort wurden Staphylokokken festgestellt mit der Empfehlung, diese von meinem Haustierarzt medizinisch behandeln zu lassen. Dieser hat eine Behandlung mit Doxycyclin (auch Vorschlag Taubenklinik) über das Trinkwasser angeordnet.
Jetzt zu meiner Frage. Meine Tauben nippen nur kurz am Wasser, trotzdem ich die Tränke vorher einen ganzen Tag fortgenommen habe. Meine Idee ist nun, das Pulver über das Futter zu verabreichen (die behandelte Tierärztin war davon nicht begeistert). Was haltet ihr davon? Wie sollte ich dabei vorgehen? Ich befürchte, anders bekomme ich das Zeug, wie vorgeschrieben, nicht in die Tauben rein.
Über einen Vorschlag würde ich mich sehr freuen. Im Moment leide ich mehr als meine Tauben.

Gruß
Wilfried
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  #2  
Alt 21.09.2021, 08:20
Fahler 6460 Fahler 6460 ist offline
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Hallo Wilfried,

mein Tierarzt hatte mir vor einigen Jahren empfohlen bei einer Doxycyclinbehandlung dem Trinkwasser Honig zuzusetzen um den bitteren Geschmack zu übertünchen.

Gruß
Christian
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  #3  
Alt 21.09.2021, 09:03
kleinerhans 2 kleinerhans 2 ist offline
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Hallo Sportfreund Prox,

mir hat ein Tierarzt empfohlen auf 1ltr. Wasser ein Esslöffel Traubenzucker zuzufügen.

Gruß
Peter
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  #4  
Alt 21.09.2021, 16:52
Benutzerbild von gesmo
gesmo gesmo ist offline
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Hallo Wilfried ,https://forum.internet-taubenschlag....ead.php?t=9066


schaue mal hier .....


und gebe mal ein was der Tierarzt Boskamp dazu schreibt . vom März 2015 .


B G Wilfried
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  #5  
Alt 21.09.2021, 21:07
Benutzerbild von Pfaelzer
Pfaelzer Pfaelzer ist offline
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Standard Medis

Hallo Wilfried,
als ich noch Medis gegeben habe, sagt mir mal "mein" Apotheker:
Das Medikament nützt nur was wenn es in den Körper kommt, nicht wenn es im Wasser ist was ich dann ausschütte.........
Ausserdem ist es Hygienischer als im Wasser. Dazu habe ich im Wasser weiterhin Avidress gegeben oder Kurunterstützend Oxilite vom Verband.



Wie ich es gemacht habe?

Ich habe mir einen kleinen Schüttelbecher genommen und die entsprechende Menge Honig (Ca. 1 Esslöffel für 600 gr. Futter reichen) mit Wasser verdünnt. Dann die nötige Menge des Medikamentes auf 1 Liter Wasser auf das Futter umgerechnet.

1 Liter Wasser = gleich 600 gr. Futter.
Das ganze dann damit angefeuchtet und mit Bierhefe oder Mehl, auf keinen Fall mit Kalk abgetrocknet. Wichtig ist, dass sie es fressen. Man kann auch ein wenig Traubenzucker oder noch besser Terra Mineral dazugeben. Habe ich aber selten gemacht. Das funktioniert nicht nur mit DOXI, sonder mit allem anderen auch.

Das funktioniert garantiert.
__________________
Gut Flug
Pfälzer

Lebenserfahrung ist die Summe zumeist schmerzlicher Lernprozesse.
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  #6  
Alt 22.09.2021, 06:42
Prox Prox ist gerade online
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Hallo Sportfreunde,

ich möchte mich für eure Beiträge bedanken. Ich habe nicht nur jeden Beitrag gelesen, sondern richtig studiert. Dieses war einfach nötig, weil ich von dem Thema "Staphylokokken" null Ahnung hatte, und deshalb richtig in Panik geraten bin.
Vorgehen werde ich zukünftig wie folgt.
Ich werde Medikamente/Beiprodukte grundsätzlich (wenn nötig) nur noch über das Futter verabreichen.
Ich werde bei meiner Versorgung mehr auf Stärkung der Immunität achten.
Und ich werde meine Schlaganlage auf eine richtige Be- und Entlüftung überprüfen. Ich vermute, dass ich es damit übertrieben habe.

Worüber ich noch nicht Bescheid weiß, wie erfolgt eine Kontrolluntersuchung auf Staphylokokken nach der Medikamentenkur. Festgestellt wurde sie durch die Sektion einer Taube in der Taubenklinik. Weil mir die Auswahl der Taube dafür sehr schwer gefallen ist, möchte ich diese Entscheidung nicht noch einmal treffen müssen. Meine Hoffnung besteht darin, dass es dafür humanere Methoden gibt (Abstriche o. ä.)
Noch einmal, danke für die zahlreichen Tipps hier im Forum u. als PN. Damit habt ihr einen Unwissenden sehr geholfen.

Gruß
Prox/Wilfried
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  #7  
Alt 24.09.2021, 10:41
WernerW WernerW ist offline
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Hallo Sportfreunde,

ich möchte mich für eure Beiträge bedanken. Ich habe nicht nur jeden Beitrag gelesen, sondern richtig studiert. Dieses war einfach nötig, weil ich von dem Thema "Staphylokokken" null Ahnung hatte, und deshalb richtig in Panik geraten bin.
Vorgehen werde ich zukünftig wie folgt.
Ich werde Medikamente/Beiprodukte grundsätzlich (wenn nötig) nur noch über das Futter verabreichen.
Ich werde bei meiner Versorgung mehr auf Stärkung der Immunität achten.
Und ich werde meine Schlaganlage auf eine richtige Be- und Entlüftung überprüfen. Ich vermute, dass ich es damit übertrieben habe.

Worüber ich noch nicht Bescheid weiß, wie erfolgt eine Kontrolluntersuchung auf Staphylokokken nach der Medikamentenkur. Festgestellt wurde sie durch die Sektion einer Taube in der Taubenklinik. Weil mir die Auswahl der Taube dafür sehr schwer gefallen ist, möchte ich diese Entscheidung nicht noch einmal treffen müssen. Meine Hoffnung besteht darin, dass es dafür humanere Methoden gibt (Abstriche o. ä.)
Noch einmal, danke für die zahlreichen Tipps hier im Forum u. als PN. Damit habt ihr einen Unwissenden sehr geholfen.

Gruß
Prox/Wilfried
Hallo Wilrfied

lies mal das :

Staphylokokken
Im Taubensport spielen bestimmte bakteriëlle Infektionen eine wichtige Rolle. Diese Infektionen können bei Brieftauben erhebliche klinische Symptome hervorrufen die viele Tauben angreifen können. Die meisten Lehrbücher stehen voll mit diese Infektionen. Weniger Beachtung bekommen die Infektionen wobei die Symptome meistens nicht so schlimm sind, aber die während der Flugsaison die Kondition und die Leistung der Tauben ziemlich negativ beeinflüssen können. Aber gerade weil sie meistens wenig Symptome hervorrufen wird die Wichtigkeit davon oft bagatellisiert. Nicht ganz zurecht, vor Allem wenn wir uns bedenken das die ungebremste Gabe von Antibiotika bei diese Infektionen oft gerade kontraproduktiv zu sein scheint. Genug Grund um eine dieser Infektionen hier zu besprechen: Die Staphylokokke.Die Staphylococcus aureus ist eine Bakterie die wir wahrnehmen können bei Tauben die lahmen wegen einen dicken Unterfuss oder nicht fliegen können in Folge einer Gelenksentzündung. Taubenzüchter gehen dann meistens sofort aus von eine Infektion mit der Salmonella Bakterie, dies ist aber also nicht immer richtig. Diese Gelenksentzündungen können sehr hartnäckig sein und sollen mit ein gezielt wirkendes Antibiotikum behandelt werden. Vorzugsweise nach Ausführung eines Antibiogramms. Diese Bakterie lässt sich oft nur schwierig abtöten in der Praxis. Die Gewohnheit von viele Taubenzüchter um nur während ein oder ein Paar Tagen Antibiotika zu geben hilft dann meistens auch nicht. Um derartige Probleme zu meistern soll ausreichend lange eine antibakteriëlle Therapie angewendet werden. Die Staphylokokke ist eine Bakterie die gerne Anlass gibt zu Eiterformung. Auch diese Tatsache trägt bei an die Hartnäckigkeit der Infektion.In unsere Klinik führen wir viele bakteriologische Untersuchungen durch und eine Bakterie die dabei oft nachgewiesen wird in den Sinussen der Nase ist die Staphylococcus intermedius. Die Tauben haben hiervon oft gar keine klinische Symptome. Manche Tauben haben jedoch etwas Schleim in der Nase und Sinusse.Tauben mit diese Bakterie in die Luftwege können im Winter wie aus dem Bilderbuch aussehen. Sie verursachen dann keine Krankheitserscheinungen.
Ich habe schon öfter geschrieben das Tauben gesehen werden können als ein Sammelfass von allerlei Luftwege- und andere Infektionen. Viele dieser Infektionen können diese Tauben Symptomlos bei sich tragen. So also auch diese. Die Probleme entstehen erst wenn die Bedingungen richtig werden für diese normalerweise kaum krankheitserregende Keime. Die Staphylococcus intermedius ist so ein Keim. Obwohl diese Bakterie also in viele Fällen nicht krankheitserregend ist für die Taube in direktem Sinne, spielt sie sicherlich eine Rolle bei den Tauben in der Flugsaison. Sobald der Infektionsdruck dieser Bakterie ein bestimmtes Niveau erreicht hat wird die Kondition der Tauben darunter leiden und werden die Tauben die Form die sie müssen erreichen nicht mehr schaffen.
Diese Bakterie kommt also vor Allem vor als Problemverursacher wenn die Bedingungen richtig werden. Wir müssen dann denken an andere Infektionen die die Luftwege der Tauben angreifen können. Aber nicht nur andere Infektionen können hierbei eine Rolle spielen. Auch Staub auf dem Schlag, Feuchtigkeit, Durchzug, Hygiëne, Überbevölkerung, Temperaturschwankungen usw. Kurz gesagt das Schlagklima spielt eine wichtige Rolle. Schliesslich ist auch das Abwehrniveau der Taube ein wichtiger Faktor beim ausbrechen dieser Infektion oder nicht. Es gibt also eine Anzahl an Faktore die in einander greifen müssen um die Infektion für die Bakterie erfolgreich und für den Taubenzüchter zum Problem zu machen.

Ich bekomme manchmal Untersuchungsresultate von Deutsche Kollegen zu sehen die bei jedem Befund dieser Bakterie sofort Antibiotika für eine Woche oder länger verschreiben. Gentamycin wird dabei oft als Medikament eingesetzt. Nun ist dies eine sgn. Macrolide die schlecht über die Darmwand aufgenommen wird. Es ist dann auch sehr die Frage was das Resultat dieser Behandlung ist. Wenn mir auf Messen dann gefragt wird ob man kuren sollte, beneine ich meistens. Ich empfehle um Antibiotika zu unterlassen und das Schiesspulver trocken zu halten. Dazu empfehle ich meistens um die Abwehr der Tauben zu unterstützen und das Schlagklima zu beachten.

Hierauf bekomme ich dann oft stirnrunzelnde Blicke, weil man ja den Rat bekommen hat um eine Kur zu machen. Falls man dann auf der nächsten Messe wieder am Stand erscheint höre ich oft das man eine ganz erfolgreiche Saison hatte, weil die empfohlene Kur nicht gemacht wurde.
Der Mehrteil der Taubenzüchter macht natürlich trotzdem eine Kur. Kuren mit Antibiotika hat sich in den letzten Jahrzehnten eingebürgert. Und schlechte Gewohnheiten kann man schlecht loswerden. Das Problem mit eine Antibiotikakur gegen Staphylokokken ist dass sie theoretisch gut wirken müssten, wie das Antibiogramm auch nachweist. In der Praxis ist es aber schwieriger.

Teilweise kommt das weil man viel zu kurze Kuren macht um diese Bakterie wirklich schaden zu können. Aber auch die Auswahl an wirksame Antibiotika ist nur beschränkt. Die kurze Kürchen mit oft nicht die besten Mittel tragen dazu bei dass die Resultate der Kuren in der Praxis oft enttäuschend sind. Der Züchter sieht nur für kurze Zeit eine Verbesserung der Leistungen, danach werden die Probleme erneut aufkommen. Mitten in der Saison ist dies für die Züchter äusserst frustrierend und kann einen Grund sein für übermässiges Kuren mit Mittel die kaum oder gar nicht wirksam sind. Irgendwo ist immer irgendwer zu finden der dann ruft das man dies oder das mal versuchen muss, weil er selber Erfolg damit hatte oder wenigstens jemand kennt den es geholfen hat. Das Pferd steht dann schon hinter dem Wagen. Das ist ein Fass ohne Boden. Meistens wird es nur noch schlimmer. Mancher Taubenzüchter verabschiedet sich dann von seine Tauben um nach einiger Zeit mit neue Tauben das Gleiche Problem wieder zu begegnen. Das ist nicht so komisch weil es meistens denselben Schlag betrifft wo die neue Tauben untergebracht werden.

Was sehen wir in der Praxis bei ein Staphylokokkenproblem? Tauben die als Junges sehr gut leisten, als Jährling schon etwas nachlassen und als Alttaube meist gar nicht mehr leisten.

Blind kuren ist in diese Fällen eine Garantie auf Misserfolg auf der Dauer. Bei dieses Problem soll zuerst kontrolliert werden ob andere Infektionen eine Rolle spielen. Nachdem die Bakterie isoliert wurde sollte unbedingt ein Antibiogramm gemacht werden wobei festgestellt wird welche Mittel noch wirksam sind.
In der Praxis gebe ich die Züchter mit dieses Problem meistens dieses Mittel nicht mit. Das hört sich vielleicht verrückt an, es ist aber nicht nur Geld wegschmeissen, sondern auch die letzte Rettung umbringen. Meine Empfehlung ist in diese Fällen meistens; wenn man mitten in der Saison zu mir kommen muss, das der laufende Saison abgeschrieben werden muss.

Dann kann es ja nur noch besser werden falls nachher dann doch noch Preise gemacht werden. Wichtiger ist es um das Klima auf dem Schlag zu bessern. Eine gute Desinfektion mit Koudijs oder Virkon S ist dann an richtiger Stelle. Aufgepasst muss werden für andere Infektionen. Vor Allem aber soll die allgemeine Abwehr der Taube wiederhergestellt und unterstützt werden. Auf die Weise ist auf der Dauer diese Problematik zu bewältigen. Denn es ist vor Allem die chronische Untergrabung dieser allgemeinen Abwehr die die Probleme unnötig hervorgebracht hat.

Die beste Zeit um diese Problematik richtig zu durchgreifen ist dann auch der Herbst. Denn dann gibt es keine Wettflügen. Der Infektionsdruck kann dadurch verringern. Auch von andere Krankheiten. Weit vor der Flugsaison soll dann eine Kontrolluntersuchung stattfinden um die Effekte der aufbauenden Methode zu evaluieren. In der Praxis sehen wir dan sehr oft dass die multiresistene Staphylokokken verschwunden sind ohne hilfe von Antibiotika. Der Infektionsdruck ist meistens sehr gesunken. Gelegentlich muss aber trotzdem noch mit Antibiotika behandelt werden. Ausreichend lange und mit das meist wirksame Mittel nach Antibiogramm. Die Effekte von derartige Kuren sind viel Effektiver als ohne unterstützende Massnahmen. Die Unterstützung hat die Tauben in eine derartige Kondition gebracht dass sie diese Infektion dann einfach überwinden können.

Die Moral dieser Geschichte: Staphylokokken sind keine Erreger die man ohne Überlegen angreifen muss mit Antibiotika. Schon gar nicht mit kurze Kürchen. Diese Bakterie ist für sowas viel zu Schlau. Das Antibiotikum alleine verliert den Kampf gegen diese Keime. Eine gezielte und unterstützende Methode ist auf Dauer viel effektiver.

Viel Erfolg,

Peter Boskamp
__________________

ES IST IMMER BESSER, DASS MAN MEHR WEISS, ALS MAN SAGT!
mit freundlichen Grüßen
Werner
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