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  #1  
Alt 03.09.2010, 20:42
skorpion skorpion ist offline
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Standard Amoxycure und Soludox

Hallo,
ich habe eine Bitte an euch. In einem Bericht habe ich gelesen, dass Dr. Lanneau bezügl. konditionssteigerung das Mittel Amoxycure und Soludox empfiehlt.
Könnt ihr mir sagen,wo ich diese Mittel beziehen kann?

Vielen Dank

HaJo Weh
  #2  
Alt 03.09.2010, 22:09
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Loki Loki ist offline
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Zitat:
Zitat von skorpion Beitrag anzeigen
Hallo,
ich habe eine Bitte an euch. In einem Bericht habe ich gelesen, dass Dr. Lanneau bezügl. konditionssteigerung das Mittel Amoxycure und Soludox empfiehlt.
Könnt ihr mir sagen,wo ich diese Mittel beziehen kann?

Vielen Dank

HaJo Weh
Amoxycure hat als wirksamen Bestandteil Amoxycillin und Soludox Doxycyclin.
Beides erhält man auch bei jedem Tierarzt nach entsprechendem Befund.
Hat Lanneau nicht etwas von einer prophylaktischen Kur vor der Saison geschrieben ? Von Konditionssteigerung war glaube ich nicht die Rede.
  #3  
Alt 04.09.2010, 05:32
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Mime Mime ist offline
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Guten Morgen!

Wie man genau mit einem Antibiotikum die Kondition steigern will muss mir dann mal jemand erklären.

Amoxicure ist ein Produkt von Oropharma, welches in Deutschland vermutlich nicht zugelassen ist. Wie auch immer: es enthält schlicht den Wirkstoff Amoxicillin. Amoxicillin hat z.b. eine Wirksamkeit gegen Staphylokokke oder Streoptokokken. Leider gibt es inzwischen auch große Resistenzen. Benutz mal die Suchfunktion zum Thema Amoxicillin hier im Forum. Wenn du keiner Erreger in deinem Bestand hast, die auf Amoxicillin reagieren macht ein Einsatz keinen Sinn.

Soludox enthält als Wirkstoff Doxicycin. Ein Antibiotikum welches bei Brieftauben z.b. über einen langen Zeitraum gegen Chlamydien eingesetzt werden kann. Aber auch gegen Schleimhautbakterien wie z.b. Staphylokokken.

Hier gilt das gleiche wie beim Amoxicillin. Ein Einsatz macht nur sind, wenn du entsprechend empfindliche Erreger in deinem Bestand hast.

Bekommen kannst du beides nach entsprechender Untersuchung und Diagnose beim Tierarzt.

Gruß Sascha
  #4  
Alt 04.09.2010, 07:25
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Mime Mime ist offline
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Weil es hier gerade so schön hinein passt kopiere ich hierhin mal einen aktuellen Beitrag des niederländischen Taubentierarztes Dr.Boskamp:

Es gibt nur eine Gesundheit

Im letzten Monat erhielt ich eine Broschüre, welche von einem Initiativkreis mehrerer Gesellschaftsgruppen erstellt wurde. Zu dieser Gruppe gehören z.B. auch die Royal Society of Veterenary Medicine und der Animal Health Service, LTO Niederlande und andere.

In der Broschüre mit dem Untertitel "gesunde Tiere, gesunde Menschen" geht es um den verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika. So langsam beginnt vermehrt die öffentliche Unterstützung für einen verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika.


Gerne möchte ich einen Teil des Inhaltes hier wiedergeben.

"Vorsicht vor Antibiotika

Antibakterielle Wirkstoffe (Antibiotika) haben seit ihrer Entdeckung durch Alexander Fleming im Jahr 1928 einen enormen Beitrag für die Gesundheit von Mensch und Tier geleistet.
Ihre Entwicklung wird als eine der größten medizinischen Erfindungen angesehen. Seit Jahren werden Antibiotika erfolgreich eingesetzt, um Infektionen zu bekämpfen und ihr Einsatz trägt massgeblich zum Wohlbefinden von Menschen und Tieren bei.

Jedoch hat dieser positive Aspekt des Einsatzes von Antibiotika auch eine Kehrseite, nämlich die Entwicklung von Resistenzen (Unempfindlichkeiten) von Bakterien. Diese Antibiotika-Resistenz kann zu ernsthaften Problemen bei den Human-und Tierarzneimitteln führen.

Resistenzentwicklungen von Bakterien entstehen weitgehend unwissend, durch sorglosen und unnötigen Einsatz von Antibiotika und wird durch viele Faktoren beeinflusst. So spielen die Globalisierung, zunehmende Reisetätigkeit und unverantwortliches Handeln von Menschen in der Tierhaltung eine grosse Rolle bei der Entstehung von Resistenzen.


Aktive Zusammenarbeit

Neben dem Humanbereich ist es sehr wichtig, dass jeder Tierhalter sich seiner sozialen Verantwortung bewusst wird und seinen Beitrag dazu leistet, um dieser zunehmenden Resitenzbildung entgegen zu treten.

Dies erfordert ein konzertiertes Bewusstsein, die aktive Zusammenarbeit und ein gemeinsames Vorgehen. Alle Beteiligten in der Tierhaltung müssen ihre Verantwortung übernehmen und einen konstruktiven Beitrag zur Lösung des Problems liefern. Alle Beteiligten ... ohne Ausnahme.

Prof. Dr. Roel Coutinho, Director des Center for Infectious Disease Control RIVM sagt: "Jeder, der Antibiotika in der Tierhaltung einsetzt, muss erkennen, dass Bakterien resistent gegen alle Antibiotika werden. Und das hat erhebliche Folgen für die menschliche Gesundheit, da Antibiotika für die menschliche und tierische Medizin unerlässlich sind."


Ein anderer Blick auf den Antibiotika-Einsatz

Die Vorteile eines Antibiotikaeinsatzes scheinen oft so gross, dass in machen Fällen einfach die Nachteile vergessen werden und notwendige Diagnosen nicht gestellt werden.

Antibiotika werden auch manchmal verwendet, um Lücken in der Tierhaltung zu kompensieren, oder weil sie "gängige Praxis" oder "Standard-Behandlung" geworden sind. Darüber hinaus werden Antibiotika oft leider zu niedrig dosiert oder zu kurz eingesetzt. Eine solche Anwendung von Antibiotika ist unnötig, unklug und verantwortungslos und sollte so schnell wie möglich beseitigt werden, um die Entwicklung von Resistenzen zu begrenzen.


Alle Menschen zählen, alle Tiere zählen

Der niederländische Landwirtschaftsminister fordert eine starke Einschränkung des Antibiotika-Einsatzes in der Tierhaltung.

Er fordert eine Halbierung bis zum Jahr 2013. Diese Reduzierung kann nur dann erfolgreich verwirklicht werden, wenn jeder mit dem Einsatz von Antibiotika bei Tieren umsichtig vorgeht, und jeder diese Ziele billigt und unterstützt.


Fazit

Antibiotika werden seit ihrer Erfindung durch Alexander Fleming erfolgreich eingesetzt, um Infektionen bei Mensch und Tier zu bekämpfen. So wird die Gesundheit und das Wohlergehen von Mensch und Tier gefördert. Um auch sicherzustellen, dass es in Zukunft sichere und wirksame Arzneimitteln gibt ist es sehr wichtig, allen beteiligten Parteien bewusst zu machen, dass ein bewusster und sorgsamer Gebrauch von Antibiotika für den gesunden Menschen und das gesunde Tier von Bedeutung ist. Es gibt nur eine Gesundheit.”


Wir können das Gesagte auf unseren geliebten Sport anwenden oder meinen, dass dies ja vor allem Geflügel und Schweine angeht.


Ich denke, wir sollten das nicht tun. Auch Tauben werden mit Antibiotika behandelt, wie Hunde und Katzen.

Antibiotika-Resistenzen sehen wir auch im Taubensport. Als Tauben-Tierarzt stelle ich fest, dass die Einsicht bei den Taubenzüchtern gegen den ungezügelten Antibiotika-Einsatz wächst.

Mehr und mehr Züchter verlangen eine gründliche Untersuchung, bevor Antibiotika verschrieben werden. Aber ich sehe immer mehr Züchter, die sich für eine natürliche Methode entscheiden, die den Einsatz von Antibiotika weiter verringern möchten. Eine positive Entwicklung aus der obenstehenden Perspektive.


Alles in allem können wir sagen, dass die meisten Züchter sich ihrer Verantwortung bewusst sind.

Aber es gibt eine kleine Gruppe von Züchtern, die glauben weiterhin, dass das Geheimnis des Erfolgs in Töpfen voll Antibiotika liegt.
Die einen begeben sich bei Tierärzten in Behandlung und andere freuen sich über “leere Dosen” mit Allheilmitteln von Kollegen, die vermeintlich gut spielen.


Was diese Züchter übersehen oder nicht sehen wollen ist, dass die Lösung für das Problem der Kollegen nicht die Lösung des eigenen Problems sein muss.
Wenn die Tauben von geringerer Qualität sind, die Qualität des Futters und die Versorgung oder das Schlagklima nicht stimmt, kann das "Wunder" nicht funktionieren.
Ob nun dieses Allheilmittel vom Tierarzt oder von anderswo kommt, das macht nichts aus.

Wichtig ist die Tatsache, dass ohne korrekte Diagnose der wahren Ursache (Schlagklima, Versorgung) kein Antibiotika-Einsatz erfolgen soll. Sonst spielt man den Antibiotika-Resitenzen, wie o.g. Broschüren-Text sagt, in die Hand.

Antibiotika-Resistenzen spielen auch eine Rolle im Taubensport.
Selbst trifft man selten oder nie auf Bakterien, welche nach einer gründlichen bakteriologischen Untersuchung und Feststellung des Bakterienstammes, resistent gegen die meisten Antibiotika, die im Taubensport verwendet werden sind. Der Grund ist ebenso einfach wie ärgerlich. Wir haben die Tauben während der Reise im Korb zusammen mit Tauben von einem Liebhaber, der manchmal "etwas versucht." Frustrierend für Züchter und den behandelnden Tierarzt. Tatsächlich sind die Tauben oft nur mit großem Aufwand gesund und wieder in Gang zu bekommen.

Lassen wir uns alle glücklich schätzen, dass es Antibiotika gibt. In der Tat sind sie bei vielen Krankheiten sehr nützlich. Aber zeigen wir allen, dass es auch einen alternativen Ansatz gibt, bevor wir wieder bei jeglichen Zipperleinchen zu den "Töpfen" greifen.

So tragen wir zu einem verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika bei.


Viel Erfolg

Peter Boskamp
  #5  
Alt 04.09.2010, 08:13
Reuler Reuler ist offline
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Hallo Mime!
Gut das Du diesen Artikel von Dr. Boskamp hier reingestellt hast!
Allerdings wage ich zu bezweifeln, das die Erfolglosen, die offensichtlich nur nach Medizin suchen um die Leistung ihrer Tauben steigern zu Glauben, hier etwas draus lernen. Den meisten fehlt einfach die Logik und gute Ratschläge nehmen sie auch nicht zur Kenntnis.
Gute Leistungen kommen nicht durch Medizin sondern durch überdurchschnittliche Tauben und diese haben die meisten einfach nicht und sind auch offensichtlich nicht in der Lage sich diese für kleines Geld,wie Eier beim Meister holen, zu besorgen.
Diese Unbelehrbaren posaunen dann, Lage, Wind usw.
Schade drum.
Gruß Reuler
  #6  
Alt 04.09.2010, 18:04
skorpion skorpion ist offline
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Hallo, vielen Dank für diese Information. Sicher hilfreich, weil jeder Züchter über den Inhalt nachdenken sollte.
Danke
Gruß
Hajo Weh
  #7  
Alt 04.09.2010, 18:48
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Fuchsi Fuchsi ist offline
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Zitat:
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Hallo,
ich habe eine Bitte an euch. In einem Bericht habe ich gelesen, dass Dr. Lanneau bezügl. konditionssteigerung das Mittel Amoxycure und Soludox empfiehlt.
Könnt ihr mir sagen,wo ich diese Mittel beziehen kann?

Vielen Dank

HaJo Weh
Hallo skorpion !
Amoxycilin gibts in der Apotheke.
Ist für Schweineferkel und Rinderkälbchen.
Gabs auch bei Chevita.
Gruß Thomas
  #8  
Alt 04.09.2010, 20:02
skorpion skorpion ist offline
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Hallo Thomas,
danke. Endlich mal eine Antwort auf meine Frage.
Danke
Gruß

HaJo Weh
  #9  
Alt 05.09.2010, 05:45
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Mime Mime ist offline
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Zitat:
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Hallo skorpion !
Amoxycilin gibts in der Apotheke.
Ist für Schweineferkel und Rinderkälbchen.
Gabs auch bei Chevita.
Gruß Thomas
Aber nur auf Rezept eines Tierarztes....oder gibt es noch Apotheker, welche Antibiotika ohne Rezept verkaufen?

Gruß Sascha
  #10  
Alt 05.09.2010, 06:47
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Heinrich Heinrich ist offline
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Registriert seit: 16.07.2005
Ort: Hörstel-Dreierwalde
Beiträge: 3.001
Standard Moin zusammen,

ich denke, ich darf das Thema mal dicht machen!?

Antibioitka werden im Bedarfsfall von Fachtierärzten verschrieben. Nach vorheriger Diagnose.
Ob und in wie weit die beschriebenen Medikament notwendig sind, wir man seiner Fachkenntnis anvertrauen können.

Ich meine, damit dürfte das Thema ausschöpfend beackert worden sein.

Besten Gruß

Heinrich
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für die, die ich liebe, gehe ich durch die Hölle. Den anderen zeige ich den Weg dort hin...
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