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  #1  
Alt 31.03.2020, 12:43
Benutzerbild von kressecreme
kressecreme kressecreme ist offline
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Standard Farbvererbung

An alle Sportfreunde und vor allem Spezialisten der Vererbungslehre,

ist es möglich, dass aus 2 schwarzen Brieftauben eine weiße kommt?

Geht das überhaupt?

Und wie ist das auf den Menschen übertragen?

Wäre das da auch möglich, wenn ja, unter welchen Umständen jeweils?

Danke für Eure freundlichen Antworten.

Die freundlichsten Grüße vom Tauben-Thorsten
__________________
.
Brieftauben sind das größte, was dem Menschen widerfahren konnte!
.
... vergessene Helden ... www.perpedua.com
.
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  #2  
Alt 31.03.2020, 22:37
Hoeffi Hoeffi ist offline
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Hallo,
es gibt drei Grundfarben bei den Tauben:
- schwarz (eine blaue Taube ist genetisch schwarz, durch Modifikation verändert)

- dom. rot (Brieftaubenrot)
- braun
und diese werden geschlechtsgebunden vererbt.

Alle anderen Färbungen werden durch Modifikationen verursacht und sitzen auch auf anderen Chromosomen, so dass sie auch nichtgeschlechtlich vererbt werden können. Dabei gibt es rezessive und dominante Faktoren. Rezessive werden überdeckt und treten nur in Reinerbigkeit auf, dominante verdecken rezessive. Wie bei einer Zwiebel sieht man nur die äußere Haut, darunter kann sich viel verbergen. Wenn jetzt das Weiß bei beiden Eltern rezessiv vorhanden ist, also verdeckt, können weiße Nachkommen fallen. Genauso fallen aus einfarbigen Tauben auch Schecken, wenn beide die Anlage im Erbgut haben.

Die Vererbung bei Menschen (Säugetieren) und Tauben (Vögel) sind bei der geschlechtsgebundenen Vererbung umgekehrt. Der Täuber hat xx und die Täubin xy, beim Menschen hat der Mann xy und die Frau xx. Wohin die Täubin ihr x gibt, entscheidet über das Geschlecht (Täuber). Beim Menschen macht das der Mann, der dann einen Sohn zeugt. Heinrich der VIII. hat seine Frauen, die ihm also keinen Sohn schenkten, also umsonst verbannt, denn er war der Schuldige.
Hier findest Du im Archiv mehr Hintergrundwissen:
http://www.niederlausitzer-rassetaubenverein.de/

- Einführung in die Vererbung bei Tauben
- Einführung in die Genetik bei Tauben



Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.
Gruß Klaus
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  #3  
Alt 31.03.2020, 22:49
Hoeffi Hoeffi ist offline
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Nachtrag:

An der Vererbung der Hautfarbe ist eine Vielzahl von Genen beteiligt, was daran erkennbar ist, dass die Vererbung der Hautfarbe nicht klar den Mendelschen Gesetzmäßigkeiten folgt. Die Mehrzahl der für die Hautfarbe verantwortlichen Gene ist weitgehend noch nicht identifiziert. (Wikipedia) Es gibt aber weiße Hautfarbe aus dunklen Eltern und umgekehrt, ohne fremdgehen , auch weil es im Erbgut vorhanden ist.
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  #4  
Alt 01.04.2020, 06:15
Benutzerbild von taubendidi
taubendidi taubendidi ist gerade online
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Zitat:
Zitat von Hoeffi Beitrag anzeigen
Hallo,
es gibt drei Grundfarben bei den Tauben:
- schwarz (eine blaue Taube ist genetisch schwarz, durch Modifikation verändert)

- dom. rot (Brieftaubenrot)
- braun
und diese werden geschlechtsgebunden vererbt.

Alle anderen Färbungen werden durch Modifikationen verursacht und sitzen auch auf anderen Chromosomen, so dass sie auch nichtgeschlechtlich vererbt werden können. Dabei gibt es rezessive und dominante Faktoren. Rezessive werden überdeckt und treten nur in Reinerbigkeit auf, dominante verdecken rezessive. Wie bei einer Zwiebel sieht man nur die äußere Haut, darunter kann sich viel verbergen. Wenn jetzt das Weiß bei beiden Eltern rezessiv vorhanden ist, also verdeckt, können weiße Nachkommen fallen. Genauso fallen aus einfarbigen Tauben auch Schecken, wenn beide die Anlage im Erbgut haben.

Die Vererbung bei Menschen (Säugetieren) und Tauben (Vögel) sind bei der geschlechtsgebundenen Vererbung umgekehrt. Der Täuber hat xx und die Täubin xy, beim Menschen hat der Mann xy und die Frau xx. Wohin die Täubin ihr x gibt, entscheidet über das Geschlecht (Täuber). Beim Menschen macht das der Mann, der dann einen Sohn zeugt. Heinrich der VIII. hat seine Frauen, die ihm also keinen Sohn schenkten, also umsonst verbannt, denn er war der Schuldige.
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- Einführung in die Genetik bei Tauben



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Gruß Klaus
Danke Klaus,sehr interessant. Zeit genug sich darin einzulesen haben ja die meisten von uns..
__________________
MFG
DIETER;-)
http://rotermundtauben.de/

In den Augen meines Hundes
Liegt mein ganzes Glück,
All mein Inneres, Krankes, Wundes
Heilt in seinem Blick.

Friederike Kempner
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  #5  
Alt 01.04.2020, 07:19
Tauben1977 Tauben1977 ist offline
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Hallo Thorsten,

unabhängig von allen Vererbungslehren gibt es immer noch die Möglichkeit einer Pigmentstörung, die in jeder Tiergattung und auch beim Menschen einen Sonderfall erzeugt, denn Albinismus, erkennbar bei Tauben an den roten/rötlichen Augen.

Viele Grüße
Markus
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  #6  
Alt 01.04.2020, 08:45
FreWa FreWa ist offline
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Zitat:
Zitat von Hoeffi Beitrag anzeigen
Hallo,
es gibt drei Grundfarben bei den Tauben:
- schwarz (eine blaue Taube ist genetisch schwarz, durch Modifikation verändert)

- dom. rot (Brieftaubenrot)
- braun
und diese werden geschlechtsgebunden vererbt.

Alle anderen Färbungen werden durch Modifikationen verursacht und sitzen auch auf anderen Chromosomen, so dass sie auch nichtgeschlechtlich vererbt werden können. Dabei gibt es rezessive und dominante Faktoren. Rezessive werden überdeckt und treten nur in Reinerbigkeit auf, dominante verdecken rezessive. Wie bei einer Zwiebel sieht man nur die äußere Haut, darunter kann sich viel verbergen. Wenn jetzt das Weiß bei beiden Eltern rezessiv vorhanden ist, also verdeckt, können weiße Nachkommen fallen. Genauso fallen aus einfarbigen Tauben auch Schecken, wenn beide die Anlage im Erbgut haben.

Die Vererbung bei Menschen (Säugetieren) und Tauben (Vögel) sind bei der geschlechtsgebundenen Vererbung umgekehrt. Der Täuber hat xx und die Täubin xy, beim Menschen hat der Mann xy und die Frau xx. Wohin die Täubin ihr x gibt, entscheidet über das Geschlecht (Täuber). Beim Menschen macht das der Mann, der dann einen Sohn zeugt. Heinrich der VIII. hat seine Frauen, die ihm also keinen Sohn schenkten, also umsonst verbannt, denn er war der Schuldige.
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Gruß Klaus

Hallo Sportsfreund,

sehr schöne Erklärung, aber das mit den Schecken solltest du dir nochmals anschauen.

Freundliche Grüße
Fred Wagner
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  #7  
Alt 01.04.2020, 10:53
Hoeffi Hoeffi ist offline
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Hallo Fred Wagner,
warum bezweifelst Du das? Das habe ich mir nicht ausgedacht oder behaupte es ungeprüft. Ich habe es dazu auch selbst erlebt und erst einen fremden Täuber beschuldigt. Erst als ich mir die Abstammung angesehen habe, ist mir das Licht aufgegangen. Es waren zwei einfarbig Blaue, die fast in jeder Brut Schecken brachten. Denk mal an die weißen Schwingen, das ist auch Scheckung!
Gruß Klaus
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  #8  
Alt 01.04.2020, 11:22
FreWa FreWa ist offline
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Hallo,

weil du den intermediären Erbgang, der für Schecken und Schimmel zutrifft, nicht berücksichtigt hast.

Viele Grüße
Fred Wagner
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  #9  
Alt 01.04.2020, 11:32
Benutzerbild von taubendidi
taubendidi taubendidi ist gerade online
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Zitat:
Zitat von FreWa Beitrag anzeigen
Hallo,

weil du den intermediären Erbgang, der für Schecken und Schimmel zutrifft, nicht berücksichtigt hast.

Viele Grüße
Fred Wagner
Moin
Hab mal gesucht für Dumme,wie mich

https://www.youtube.com/watch?v=-rq24sh3LqY
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MFG
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Friederike Kempner
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  #10  
Alt 01.04.2020, 11:33
Hoeffi Hoeffi ist offline
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Hallo Fred, warum sollte ich? Intermidär heißt dazwischenliegend, ergibt eine Mischfarbe. Das passiert z.B. wenn ich Eisfarbig mit Blau kreuze bekomme ich hellere Blaue, die in der Farbe dazwischen liegen. Es gibt verschiedene Schimmelfaktoren, die alle dominant sind.

Gruß
Klaus
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